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Impulse in der Weihnachtszeit

Impulse in der Weihnachtszeit
Impulse in der Weihnachtszeit

„Endstation Sehnsucht“?

Zu den biblischen Personen in der Weihnachtszeit gehört mit dem greisen Simeon auch die greise Hanna. Von ihr hören wir auch heute im Tagesevangelium Lk, 2,36-40.

Diese Hanna – eine geheimnisvoll Frau, aber durch Lukas kein unbeschriebenes Blatt. Was kann diese ältere Frau mir Frau, mir Mann mitteilen, was mir hilft? Hanna bedeutet: die Begnadete. Sie ist eine Tochter Penuels. Penuel heißt: Gottes Angesicht.

Weil sie nach dem Tod ihres Mannes in Gesprächen mit Gott im Tempel bei Gott zu Hause war, war sie mit ihm in einer lebendigen Beziehung. Sie stammt aus dem Stamm Ascher. Ascher bedeutet: Glück.

Hannas Leben ist geglückt. Die Zahlenangaben um sie sind voller Symbolik: Sie war sieben Jahre verheiratet. Sieben ist die Zahl der Verwandlung. Sie hat die Liebe zu einem Mann erfahren, die sie verwandelt hat. Und als sie das Kind Jesus begegnet, ist sie 84 Jahre alt. 80 ist die Zahl der Ewigkeit und Unendlichkeit, der Transzendenz, die einbricht in unserem Leben. Und die Zahl vier steht für die vier Elemente. Sie war eine Frau, die mitten im Leben stand, sich der Realität stellend und sie war zugleich offen für Gott. Die greise Hanna, die im Kind Jesu den ersehnten Erlöser erkennt, der von Gott verheißen wurde, ist für mich eine weise Frau. Sie traut ihrer inneren Intuition, ihrer inneren Weisheit. Auch ich habe schon viele weise Frauen und Männer erleben dürfen. Sie urteilen nicht, wenn man ihnen vom Leben erzählt. Sie verstehen vieles, auch zwischen den Zeilen. Sie sprechen nicht viel. Mit ihnen kann man auf gute Weise auch schweigen. Doch wenn sie etwas sagen, dann trifft es den Nagel auf den Kopf. Sie spüren genau, was der andere braucht. Sie drängen sich dem anderen nicht auf. Doch wenn jemand in Not ist, sind sie zur Stelle. Sie wissen einen Rat und stellen auch Forderungen. Sie geben Impulse- die der Ratsuchende selbst verwirklichen muss. „In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.“

Diese gute Nachricht breitete sich auch durch sie aus. Die greise Hanna kann Mut machen, sich selber nicht im Alltag zu verlieren, in regelmäßiger Verbindung mit Gott zu bleiben, seiner inneren Weisheit, seinen eigenen inneren göttlichen Impulsen zu trauen, seine eigene Sehnsüchte nicht aufzugeben, sondern wachzuhalten und in jedem Alter, in jeder Situation noch etwas von Gott zu erwarten und für Gottes Überraschungen offen zu bleiben. Hanna ist für mich ein Beispiel, dass Alter nicht einengt. Sie gibt ihr Interesse nicht auf. Sie zieht sich nicht resigniert zurück, auch nicht durch das Hinwegschmelzen ihrer Lebenszeit. Sie hält an der Erfüllung ihrer Erwartung fest. Die Kraft der Hoffnung wächst auch dort, wo Menschen, junge und alte, miteinander ihre Sehnsüchte teilen und einander bestärken. Das Glaubenszeugnis von Hanna zeigt uns, dass die Sehnsucht auf ein erfülltes Leben gelingen kann.

Ich danke Gott, dass es auch heute Menschen wie Hanna gibt.

Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr, dass Sie viele Hanna-Menschen, begnadete Menschen erleben dürfen und Sie ein Stück begleiten.

Ruth Reusch, Gemeindereferentin.

Ruth Reusch
Gemeindereferentin in Maria Hilf, Brandoberndorf und Hl. Familie Hüttenberg
Grüner Weg 1, 35647 WaldsolmsSchulstrasse 20,35625 Hüttenberg
Tel.:06442-95353-20
 0172-6917368

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