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Impulse in der Weihnachtszeit

Impulse in der Weihnachtszeit
Impulse in der Weihnachtszeit

„Wünsch dir was!“ Das eigentliche Geschenk ist Jesus!

Liebe Leserinnen und Leser,

bereits nach der Sommerpause hatte ich mich als Hörer von Hit Radio FFH in einem anderen Zusammenhang kritisch wegen der Aktion „Wünsch Dir was, dann kriegste das.“ geäußert. Grund,  die Aktion legt nahe, dass man sich nur irgendetwas wünschen muss, dann geht es in Erfüllung, ohne dass man etwas dafür tun muss.

Ist es in unserem Leben nicht immer so, dass man etwas tun muss damit sich ein Wunsch erfüllt?

Als Christen glauben wir zwar, dass wir durch Geburt, Tod und Auferstehung Jesu zu den Erlösten gehören, aber wir glauben ja auch, dass wir ein Leben führen müssen das Gott gefällt.

Wenn suggeriert wird, Wünsche erfüllen sich ohne unser Zutun, wird dann nicht zu einer gerade im Moment gefährlichen Tatenlosigkeit eingeladen: Ich kann meine hohe Rechnung bei der Auto-Inspektion nicht zahlen, dann Wünsch ich mir, dass das Hit Radio dies bezahlt. Ich brauche einen Neuwagen und habe nicht dafür gespart – kein Problem das Hit Radio kauft den Neuwagen etc.

Wenn wir alle  nur die Hände in den Schoß legen, wenn es um den Umweltschutz geht, dann müssen wir mit den Folgen der Umweltzerstörung leben.

Wenn wir uns nicht gegen eine Ansteckung durch das Covid-19 Virus schützen, dann leiden wir darunter und die, die wir dann möglicherweise anstecken, vielleicht sind dann sogar besonders schutzbedürftige Menschen darunter.

Auch müssen wir mit erschrecken feststellen, wie viele Menschen gerade unter der Corona-Pandemie leiden und wie deren Existenz jetzt gefährdet oder schon vernichtet ist. Das Wünschen allein kann da nicht helfen und müsste eher als Hohn empfunden werden.

In den letzten Tagen hat sich allerdings meine Meinung von der Aktion etwas gebessert, das lag daran, wie sich zum Teil die Wünsche verändert haben: So wünschte sich Amanda Geld, um Weihnachtsgeschenke für die Kinder in einem Waisenhaus zu kaufen, in dem sie selber aufgewachsen war. Als die zu Beschenkende dann nicht ans Telefon gehen konnte, weil das zweijährige Töchterchen aus dem Bett gefallen war und Trost brauchte, da änderte das Hit Radio sogar die Regeln und gab Amanda eine zweite Chance, weil die Mitarbeiter den Wunsch so toll fanden; und siehe da, die Waisenkinder bekamen alle ein Weihnachtsgeschenk.

Ein weiterer Wunsch, der mich bewegt hat, war, als Kim, eine junge gehbehinderte Frau, sich eine Sport-Prothese wünschte, die nicht von der Kasse bezahlt wird! Sie bekam diese Sport-Prothese und konnte ab da wieder richtig gut Joggen, Hüpfen oder querfeldein laufen.

Ich muss sagen, dass für mich die beiden zuletzt genannten Wünsche sehr viel mit Weihnachten zu tun haben, denn wie schon im Magnificat der Maria zu entnehmen, richtet Gott durch die Geburt seines Sohnes die Aufmerksamkeit auf die, die arm, klein, unscheinbar und machtlos sind – und kehrt die Verhältnisse um. Also können beschenkte Waisenkinder durchaus ein Weihnachtliches Zeichen sein, wir tun ja auch ähnliches mit unserer Aktion „Weihnachtzauber“, wo Kinder ein Weihnachtsgeschenk bekommen, deren Eltern sich das sonst nicht leisten könnten.

Der zweite Wunsch, die Sport-Prothese, hat für mich etwas mit Weihnachten zu tun, weil hier eine Hilfe geleistet wird, die zur Selbsthilfe beiträgt, die mobil macht. Auch die Geburt des Erlösers macht ja mobil – die Hirten eilen nachdem sie von den Engeln die frohe Botschaft gehört haben zur Krippe und finden das göttliche Kind. Und von nun an wird dieses Kind viele Wundertaten vollbringen, aber es kann sie nur vollbringen, wo es auf den Glauben und das Mittun der Menschen trifft.

 

Liebe Leserinnen und Leser,

gibt es eigentlich im Leben nichts, was umsonst ist, was uns geschenkt wird? Doch das gibt es, der Prophet Jesaja beschreibt es im 55. Kapitel, wovon wir einen Ausschnitt in der Osternacht hören: Es ist das neue Leben in Christus, das wir erhalten, wenn wir umkehren und seinen Worten und seinen Taten folgen.

So glaube ich,  wir sollten uns an Weihnachten die Nähe zu dem göttlichen Kind wünschen, eine Nähe, die uns auch mit Gott selber verbindet und uns aktiv werden lässt.

Wenn wir das begreifen, dann gelingt es uns auch zu verstehen und zu glauben: der Einzige der unsere Wünsche endgültig erfüllen kann, ist Jesus, der sein Leben als göttliches Kind in der Krippe begann.

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Seien wir behütet und geben wir aufeinander Acht!

Bleiben Sie alle gesund!

Ihr

Pfr. Werner Walczak

 

Zum Schluss noch einmal der Hinweis: Wir haben zwar an Weihnachten Präsenzgottesdienste im Angebot, aber die Sonntagsplicht ist immer noch aufgehoben. Niemand braucht sich verpflichtet zu fühlen, einen Gottesdienst besuchen zu müssen. Sie können daher frei entscheiden, ob Sie einen Gottesdienst besuchen oder eines der zahlreichen Angebote im Fernsehen oder online nutzen und dort einen Weihnachtsgottesdienst mitfeiern – auch in unserem Weihnachtspfarrbrief haben wir ja Vorlagen für Weihnachtsgottesdienste Daheim veröffentlicht. Wenn Sie sich gesundheitlich angeschlagen fühlen, sollten Sie keinen der Präsenzgottesdienste besuchen.

Werner Walczak
Pfarrer in St. Anna Braunfels
Hubertusstr. 835619Braunfels
Tel.:06442-953530

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